Dass die Dudelfunksender ein abwechslungsreiches Programm hätten, würde freilich niemand behaupten. Da reiht sich ein popgrütziger Song an den nächsten, mal mehr, mal weniger gefällig. Ob es um das „Fotoalbum mit dem silbernen Knopf“ geht oder um „everybody in the club, all eyes on us“ (der gesamte Songtext ist so unfassbar kreativ!), es folgen meist Songs mit immer ähnlich klingendem Beat auf den vorigen. Gefällig soll es sein. Nicht groß ablenken von der Arbeit oder was man auch sonst so tut, während man Radio hört. Nur hin und wieder unterbrochen von nicht mal minutenlangen „Beiträgen“ und den obligatorischen „mit Radio erreichen Sie immer die Richtigen“-Werbungen sowie den neuesten Ergüssen aus Carglass’ Studios. Dass Seitenbacher nun auch Öle macht – vielleicht auch schon immer, aber bisher wurden Hörer bloß immer über das leckere Seitenbacher-Müsli von dem Seitenbacher informiert – darf an dieser Stelle natürlich nicht unterschlagen werden. Tagein, tagaus, es ist immer dasselbe.
Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte ist, dass ich das Marketing bei neuen Musikerscheinungen nicht immer verstehe. Modelle, bei denen Alben schon vor Veröffentlichung Verkauf angehört werden können, finde ich sinnvoll. So kann ich durch ein bisschen Reinhören schnell entscheiden, ob es mir den Preis wert ist, dieses Album zu kaufen. Zwar reicht auch die mittlerweile 90-sekündige Vorschau bei iTunes oder die bei amazon und anderen Musikanbietern, aber ich finde es angenehm, das komplette Album schon mal durchhören zu können. Ob das als Endlosstream mit allen Songs aneinandergereiht passiert oder alles einzeln angeklickt werden kann, ist mir dabei relativ egal. Weiterlesen