Mehr als ein Monat Ultimate Ears

Mehr als ein Monat Ultimate Ears

38 Tage zeigt die iPhone App „Big Day“ nun schon an. 38 Tage sind bereits vergangen, seit ich meine rot funkelnden neuen Kopfhörer das erste Mal in Händen hielt – und es waren 38 interessante Tage. Relativ ausführlich beschrieb ich bereits in „How music is meant to be heard.“, wie mein erster Eindruck über Klang und Verarbeitung ausfällt und hier nun das Fazit nach knapp 5 Wochen:

Ich habe bisher nur einen (okay, eigentlich zwei, aber auf den zweiten komme ich später zu sprechen) Kritikpunkt:
Leider hatten die Kopfhörer, die ich bekam schon von Anfang an einen geringfügigen Kabelbruch, welcher  dafür sorgte, dass bereits bei geringer Kraftwirkung auf den Klingestecker der rechte Hörer leiser und leiser wurde und nahezu verstummte – ziemlich nervig, wenn man den Musikabspieler in der Tasche hat und beim laufen oder Fahrrad fahren ständig dieses Problem erzeugt. Allerdings hatte ich zum Glück aus Kulanzgründen von meinem Hörgeräteakustiker ein Ersatzkabel geschenkt bekommen, woran ich merkte, dass das aufgetretene Problem ein einmaliges Problem des ersten Kabels sein muss. Also wechselte ich eben schnell das Kabel und war fortan glücklich. Das andere Kabel schickte ich ein und werde bald Ersatz bekommen.

Zum Klang kann ich nur immer wieder sagen: Ich bin überwältigt. Obwohl ich jetzt schon viele Stunden an Musik mit Hilfe der Kopfhörer förmlich in mich einsog, verlor ich bisher nie das Gefühl der Überwältigung, wenn der glasklare Klang einer Akustikgitarre oder sonstwelcher Instrumente sich wohlig in meine Ohren schmiegt. Hier kommt auch der zweite „Kritikpunkt“ zum tragen: Wo vorher alles etwas matschig war, höre ich jetzt alles extrem klar und kann mir dadurch manche Sänger einfach nicht anhören, weil mich die Stimme nervt – das betrifft aber zum Glück keine Künstler, die ich früher liebgewann, sondern fiel mir bisher nur bei Philipp Poisel auf.
Was außerdem auffällt ist, dass durch die extreme Ausgewogenheit und Klarheit (wie oft ich „klar“ wohl noch in diesem Beitrag verwenden werde…) der Gesang manchmal fast in den Hintergrund rückt. Selbst, wenn ich mich auf den Text konzentriere und mitsinge, konzentriert mein Hirn sich auf die Begleitmelodien der Instrumente – besonders Schlagzeug und Percussions. Das gefällt mir allerdings sehr =).

Was noch zu sagen wäre:  Bücher zu lesen und dabei als Begleitkulisse Musik hören – selbst, wenn es „nur“ Loungemusik und eher einfache Klänge sind, ist unmöglich – zumindest für mich.Ich kann mich einfach nicht mehr auf das Buch konzentrieren, da selbst auf minimalster Lautstärke, die das iPhone hergibt, noch immer genug in meinen Kopf dringt und mein Hirn mit großartigen Reizen überflutet. Ich konzentriere mich dadurch unterbewusst so sehr auf die Musik und jeden einzelnen Teil, der diese ausmacht, dass kaum Reserven für ein Buch bleiben.

Jetzt noch ein wenig über die Reaktionen anderer. Ich zitiere einfach mal:

„Und die sollen jetzt so viel kosten? Sehen wie billige Plastikkopfhörer aus und sind ziemlich hässlich.“
„Was ist das denn?“ – „Kopfhörer.“ – „Wieso sehen die so seltsam aus?“ – „Weil die nur in meine Ohren passen.“
„Ach das sind die Teile, die du dir hast anfertigen lassen? Und? Ist der Klang echt so viel besser?!“
„Die sehen aus wie Gummibärchen!“
–„Nee, eher wie verdorrte Nieren“ (ja, genau…)
„Was haben die denn gekostet? 100?€“ – „Ein klein wenig mehr.“ – „300?! =O“ – „Pro Stück, dann passt’s.“ – „What the fuck? Ich würde maximal 12€ für Kopfhörer ausgeben! Meine halten immer maximal 3 Monate!“
–> Ein kleiner Tipp dazu: Wenn man ein Mal etwas tiefer in die Tasche greift, halten die auch länger. Und klanglich hat man auch was davon! Wenn die 12€ Teile nur 3 Monate halten, gibt man rein theoretisch 48€ im Jahr für Kopfhörer aus, da man sich 4 Paar holt. Eine einmalige Ausgabe von 40-50€ kann allerdings schon zu einer signifikanten Qualitätssteigerung und längerer Haltbarkeit führen. Meine Sennheiser CX400-II hielten 17 Monate, bis ein Kabelbruch den rechten Hörer tötete. Allerdings erstatte mir Sennheiser diesen aufgrund der noch vorhandenen Garantie kostenlos, und so konnte ich Nathalie mit neuen Kopfhörern beglücken.

Fazit: Ich würde die Kopfhörer immer wieder kaufen. Zwar ist der Preis tatsächlich eine ordentliche Hausnummer, aber ich möchte den Klang wirklich nicht mehr missen. Erst gestern gab mir ein Freund eine CD mit Liedern der Gruppe „TAO“ (eine japanische Trommlergruppe). Ich habe noch nie zuvor so klare, druckvolle Bässe im Kopf gespürt! Es ist einfach großartig =)

Patrick

6 Replies to “Mehr als ein Monat Ultimate Ears”

  1. Am „geilsten“ ist ja das Kommentar:“Und die sollen jetzt so viel kosten?? Sehen wie billige Plastikkopfhörer aus und sind ziemlich hässlich!“ Man könnte meinen man würde Neid raushören… oder so! 😉 Und ich glaube dieser Jemand hat es so gar nicht verstanden um was es dir/dabei eigentlich geht!

    Ich finde es wundervoll zu lesen wie du über deine Kopfhörer schreibst!! Manchmal habe ich das Gefühl durch deine Worte hier ein wenig von dem tollen Klang ab zubekommen!! Echt WAHNSINN!

    Jedenfalls gönne ich es dir von ganzem Herzen und hoffe, dass du wirklich ewig von deinen In-Ears haben wirst!!

    Auch meinen Respekt, dass du es dir selbst erarbeitet und dafür gespart hast!! Klasse!! Ich konnte das, als ich in deinem Alter war, nicht! Und heute auch noch manchmal nicht so richtig! DA bin ich JETZT neidisch auf dich! 😉

    Alles Liebe

    die Kuhsel

  2. Auch, wenn ich jetzt wieder als ‚verwöhnt‘ oder als ‚Bonze‘ bezeichnet werde, spätestens, wenn ich im Alter von 17 oder 18 Jahren einen Nebenjob habe, mit dem ich 200 oder 400€ im Monat verdiene, werde ich ernsthaft über den Kauf solcher Kopfhörer nachdenken.

    1. Da verstehst du meine Ansichten falsch. Solang du es dir von deinem eigenen Geld holst ist mir das völlig humpe. Selbst, wenn du meinst, dir mit 20 oder so schon irgendeinen fetten Lamborghini in die Garage zu stellen soll es mir egal sein, denn du hast es dir erarbeitet. Ich mag es nur nicht, wenn manche rektal mit Wertgegenständen gefüttert werden!

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