VHS-Kassetten digitalisieren

VHS-Kassetten digitalisieren

Da ich, wie sollte es anders sein, in letzter Zeit ein-zwei Tweets zu dem Thema absetzte, fragten viele, wie wir denn unsere alten VHS-Kassetten digitalisiert haben. Okay, eigentlich fragte mich nur eine Person, aber wenn ich „viele“ schreibe, wirkt es irgendwie spektakulärer…

Videorekorder, 15" MBP, 1.5TB Festplatte

Vor etwa zwei Wochen kam mein Vater, wahrscheinlich aufgrund meines nahenden Geburtstages, auf die Idee, alte Videokassetten digitalisieren zu wollen. So kam es, dass er sich auf die Suche nach einer Möglichkeit begab, die alten Kassetten irgendwie auf die Festplatte zu bannen. Nach kurzer Suche stellte sich heraus, dass das „Retten Sie Ihre Videokassetten“-Set von Magix mit 69€ (Herstellerseite) das günstigste zu sein scheint. Es gab noch ein paar Alternativen, die waren aber alle teurer, und 69€ sind nun wirklich nicht zu viel, wenn man bedenkt, dass man all die alten Erinnerungen von aufgenommenen Kassetten sicherer machen kann und alles auch verwertbar und einfach schneidbar da hat =).

Magix USB Stick

Kurze Zeit nach der Bestellung konnten wir bereits anfangen, alles zu importieren. Anfangs noch etwas umständlich und langwierig, nämlich wie folgt:
S-VHS Kassette in VHS-Masterkassette rein, Kassette in den Videorekorder, zurückspulen, Aufnahme im Programm starten, Videorekorder starten, … warten …
Jetzt hatte eine Videokassette von 45 Minuten Länge eine ungefähre Größe von 40GB und musste dann noch mal transkodiert werden, damit man die Daten wenigstens auch auf eine DVD bekommen kann und der Computer mit der großen Datenmenge nicht vollkommen überfordert ist. Das Umwandeln dauert dann noch mal etwa eine Stunde. Danach wurde dann die Ausgangsdatei gelöscht und die konvertierte Datei auf die externe Festplatte bewegt.

Letztendlich brauchten wir nur noch den "Recorder"

Nach einiger Zeit (etwa bei Video 20) fiel mir auf, dass man auch direkt im Aufnahmeprogramm einstellen kann, dass die Videos direkt mit H.264-Codec komprimiert werden sollen. Dadurch wurde der Workflow stark optimiert und so wurden die Aufnahmen direkt auf externer Festplatte gespeichert und das lästige Umkonvertieren und verschieben fiel weg und somit sparten wir auch eine Menge Zeit.

Videoeinstellungen

Das Benutzerinterface finde ich am Mac jetzt nicht wirklich berauschend, aber da man die Einstellungen in der Regel nur ein mal vornehmen muss, ist das, zumindest für mich, ausnahmsweise vertretbar. Am Mac ist das Paket ohnehin so gedacht, dass man alles später mit iMovie oder Final Cut, oder was auch immer, schneidet und bearbeitet. Hier unterscheidet sich das Paket glaube ich auch von der Windowsversion. Da nämlich schien es mir so, als sei das für Windows mitgelieferte Programm sowohl zum aufnehmen, als auch zum schneiden, optimieren und brennen gedacht.

Videofenster (Wasserzeichen nur, weil gerade die Demoversion auf einem Zweitaccount läuft)

Bei der Videoimportiererei fällt einem erst mal auf, was für ein altes Medium so eine Videokassette ist. Man muss in Echtzeit abwarten, bis das Video zu Ende ist :-/
Nach Änderung der Einstellungen beim importieren wurden die Videos dann im Schnitt bei einer Länge von knapp 45 Minuten zwischen 1.5 und 3 Gigabyte groß. Auf eine DVD passen so also etwa 1-2 komplette Videokassetten und, je nach Codiersettings, auch mehr.
Das ganze Importieren ist jedenfalls saueinfach. Ein Mal Qualitätseinstellungen für Bild und Ton einrichten und dann nur noch auf „Aufnahme“ oder „zeitgesteuerte Aufnahme“ klicken. Bei letzterer wird, wie der Name schon sagt, eine Zeit angegeben, nach der die Aufnahme automatisch stoppen soll. Klickt man auf „Aufnahme“, so endet die Aufnahme erst nach einem Klick in das betreffende Fenster, oder vermutlich bei voller Festplatte.

VHS-C vor Masterkassette

Durch durchgehendes Importieren und darauf achten, dass immer eine Aufnahme läuft, haben wir es schnell geschafft, unsere 53 VHS-C Kassetten zu importieren.

importierte Videos
MiniDV-Kassetten

Jetzt fehlen nur noch die knapp 25 Mini-DV Kassetten, aber die werden wir dann per FireWire Kabel über unseren Camcorder importieren – dauert allerdings leider genau so lang, da die Kassetten ja nach wie vor in Echtzeit abgespielt werden müssen.

Fazit: Das Magix Videorettungspaket eignet sich großartig zum importieren alter Videokassetten. Zwar ist, zumindest für Mac OS, die Software nicht wirklich schön, aber sie tut ihren Job – und das gut. Zum importieren benötigt man eigentlich nur:

  • Kassetten (natürlich, denn die sollen ja importiert werden)
  • Mac / Windows-PC
  • Magix-Set (USB Stick, USB-Verlängerung, Composite und Scart-Kabel)
  • (viel) Speicherplatz (externe Festplatte oder einfach große interne Platte)
  • Videoabspieler (Camcorder mit Cinch-/S-Video-Ausgang; Videorekorder; …)
  • Zeit

weitere offensichtliche Dinge wie Strom etc lasse ich einfach mal weg.

Wie immer werde ich den Artikel nicht Korrektur lesen oder irgendwas abändern. Danke fürs Lesen!

Patrick

7 Replies to “VHS-Kassetten digitalisieren”

  1. Oft hilft es auch die Kassetten vor dem Digitalisieren nochmal komplett durchzuspulen, das führt zu einem Besseren Gleichlauf und weniger Bildstörungen, vor allem wenn die Kassetten schon sehr lange lagerten. Noch ein Tipp: Kassetten immer hochkant mit der vollen Spule nach unten lagern.

  2. Ah, danke für den Blogeintrag, nun fühle ich mich etwas schlauer! :)
    Leider weiß ich nicht, ob unsere uralten Kassetten qualitativ noch so gut sind, dass sich das überhaupt lohnen würde.

    Jetzt aber noch ne Verständnisfrage: also wir haben hier lauter normale VHS-Kassetten, die man so in den Videorekorder einlegt und abspielt. Kommen die dann auch in diese Masterkassette? Und wo soll die Masterkassette dann rein? Irgendwie überfordert mich das. Wofür ist diese Masterkassette denn sonst da? So ganz verstanden hab ichs noch nicht…

    Grüße,
    Katharina

    1. Hehe =) Also:
      Unsere ältesten Kassetten waren von 1990 und die gingen auch problemlos =) Natürlich nicht in Ultra-HD Qualität, aber halt so, wie sie auch auf dem Fernseher per Videorekorder zu sehen wären.
      Das mit den Kassetten ist wie folgt:
      Die ganz normalen Videokassetten, die du jetzt meinst, sind genau so groß, wie die Masterkassette und passen in jeden handelsüblichen S-VHS-Videorekorder rein. Die Masterkassette ist dazu da, die kleineren VHS-C Kassetten, welche damals in handelsüblichen Camcordern üblich waren, abzuspielen. Die VHS-C Kassetten kommen dann in die Masterkassette, und so können sie in VHS-Rekordern abgespielt werden.

  3. Finde ich voll gut. Nach dem ich mir drei Nächte um die Ohren gehauen habe, freue ich mich natürlich über das Endprodukt.
    Danke, dass du es immer schaffst, so tolle Kommentare zu schreiben. Bin froh, dass ich dich habe.
    Habe dich lieb.
    Papa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit Abschicken des Formulars akzeptiere ich die Hinweise in der Datenschutzerklärung.