Philips-Gewinnspiel

Philips-Gewinnspiel

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich etwas bei einer Auslosung gewonnen, an der ich teilnahm. Bisher endete jede Umfrage, jedes Gewinnspiel, jedes Preisausschreiben in Zeitungen immer in Spam-Mails oder Werbeanrufen, doch dieses Mal sollte ich erfolgreich sein. Vor einiger Zeit, es muss irgendwann Mitte/Ende Januar gewesen sein, wies @heartcrzd_ mich und @DerWhaus (diese Reihenfolge, weil zwei „@NAME“ hintereinander scheiße aussehen) auf ein Gewinnspiel der Firma Philips hin, bei welchem man 2 Kopfhörer gewinnen konnte. Die einzige Bedingung war (neben Volljährigkeit und dem üblichen Gewinnspielkram), dass man, einmal ausgelost, die zwei Kopfhörer die man gewonnen hat, ausgiebig testen muss und daraufhin einen Testbericht bei Amazon unter dem Artikel als Rezension oder bei Ciao.de oder sonstigen renommierten Portalen dieser Art veröffentlichen muss und Philips einen Link oder Screenshot zu dieser Rezensionen schicken muss.

Sehr interessiert an diesem Gewinnspiel schickte ich also meine Daten zum Gewinnspiel mit meiner Begründung, warum gerade ich einer der 200 Gewinner sein möchte, ab. Die Begründung lautete ungefähr wie folgt (der genaue Wortlaut ist mir nicht mehr bekannt und auch nicht einsehbar):

Ich würde gern die Kopfhörer gewinnen, da ich gerne sehen würde, dass sich neben der schrecklichen Entwicklung durch die „Beats by Dre“-Reihe von Monster zumindest andere Firmen bemühen, noch qualitativ hochwertige und gut klingende Kopfhörer herzustellen. Da ich bisher keine Kopfhörer von Philips testen konnte, würde ich gern diese Möglichkeit nutzen um welche zu gewinnen und gleichzeitig auch online meine Meinung darüber, auch im Vergleich zu meinen Ultimate Ears Kopfhörern, kund zu tun.

Was die Damen und Herren bei Philips jetzt genau dazu bewegte, mich zu nehmen, weiß ich nicht. Entweder gab es kaum Bewerber oder sie fanden meinen „Diss“ gegen die Beats einfach gut, ich weiß es nicht und eigentlich ist es mir egal. Jedenfalls kam, völlig unerwartet, am 21. Februar eine eMail vom Philips Produkttest-Team mit folgendem Inhalt bei mir an:

Sehr geehrter Herr X,

wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass Sie einer von unseren 200 Kopfhörer-Testern geworden sind!

Ihre 2 neuen Kopfhörer:

SHO8801/10

SHE9622/10

Wenn Sie sich schon vor Erhalt der Kopfhörer ein Bild machen möchten, so besuchen Sie uns auf www.philips.de.

Schicken Sie uns gerne eine direkte Rückmeldung, z.B. wie Ihnen Ihre neuen Kopfhörer gefallen und wo (Link, Screenshot) Sie bereits eine Rezension hinterlassen haben, an:produkttest@philips.com

[…]

Wir bedanken uns für Ihre Teilnahme an unserem Produkttest und wünschen Ihnen viel Freude beim Testen Ihrer neuen Philips Kopfhörer!

Herzliche Grüße

Ihr Philips Team

Nach dieser Mail verging erst mal eine Weile, bis wieder etwas geschah. Am 08.März kam dann eine weitere eMail vom Philips Produkttest-Team, deren wichtigster Ausschnitt der folgende war:

Sie warten sicherlich schon sehnsüchtig auf Ihre zwei neuen Kopfhörer. Aufgrund der Vielzahl an individuell zusammengestellten Paketen sowie die finale Einarbeitung von korrigierten Lieferadressen werden die Kopfhörer nun diese Woche versendet werden können!

Wir hoffen, Ihre Vorfreude auf Ihre neuen Kopfhörer wird die Wartezeit bis dahin noch gut überbrücken. Wir bitte um Entschuldigung und hoffen auf Ihr Verständnis!

Also wartete ich noch ein bisschen und sah dann heute, am 14. März, ein mittelgroßes UPS-Paket auf dem Boden stehen, nachdem ich durch die Haustür trat. In freudiger Erwartung des Unerwarteten schaute ich auf das Paket, sah das Philips „Logo“ in der Ecke des Kartons und packte den Karton gleich aus und testete die Kopfhörer (nachdem ich ein paar Fotos machte…).

Erst mal zur Verpackung:
Die Verpackung ist bei beiden, sowohl bei den Ohraufliegenden (im folgenden „The Snug“ genannt), als auch bei den In-Ears (im folgenden „In-Ears“ genannt) als „frustfrei“ zu bezeichnen. Ließ sich in beiden Fällen mit einem einfachen kleinen Messer öffnen, bestand nicht – was im Gegensatz zu meinen bisherigen Sennheiser In-Ears hervorzuheben ist – aus komischem eingeschweißtem recht harten Plastik, das beim Aufschneiden schon zu einigen Ausbrüchen führen kann und sah auch recht ansprechend aus (Multimediamarkt-Regalaspekt).

Inhalt:
Beim „The Snug“ bestand der Lieferumfang lediglich aus den Kopfhörern selbst und einem „Verlängerungskabel“, welches den knapp 5cm langen Kabelstummel am Kopfhörer selbst auf insgesamt 1,2m (Verpackungsangabe) verlängert.
Bei den In-Ears, wie bei allen In-Ears, die ich bisher hatte, gehörten neben der Kopfhörer auch zwei Adapter dazu, welche anstelle der von Anfang an befestigten Stöpsel verwendet werden können. Es sind also die Größen „S“, „M“ und „L“ vertreten. Neben der Stöpsel und der Kopfhörer ist außerdem ein kleines Täschchen zum Aufbewahren der Kopfhörer mitgeliefert. Das Täschchen könnte aus (Kunst-)Leder sein, aber da bin ich mir nicht sicher. In der Tasche ist weiter eine kleine „Kammer“, in der wahrscheinlich die Stöpsel aufbewahrt werden können/sollen.

Zum Kabel (The Snug):
Beim „The Snug“ ist das Kabel mit Stoff ummantelt, was ein einfaches Entknoten selbst im Verknotungsfall gewährleistet. Dass das Kabel über eine Verlängerung gelöst ist und dass es nicht aus einem ganzen Kabel besteht, verhindert die klassische Bruchstelle am Steckerbereich – bzw. macht einen Austausch des Kabels möglich, ohne den ganzen Kopfhörer tauschen zu müssen. Außerdem zieht sich das „Verlängerungskabel“ automatisch vom Kopfhörer ab, sobald genügend Zug auf das Kabel wirkt. Das ist besonders hilfreich, wenn man z.B. im DJ-Bereich zu Gange ist sich mal vom Mischpult wegdrehen will, aber nicht daran denkt, die Kopfhörer vorher abzusetzen.
Außerdem noch hilfreich: Am Kabel ist ein kleines Plastikstück, an dem man das noch mal befestigen kann, so dass es kleiner wird, da es noch mal nach oben und wieder nach unten geleitet wird.

Zum Kabel (In-Ears):
Hier empfand ich das Kabel als etwas störend. Es ist etwas klebrig, könnte sich wahrscheinlich schnell verknoten und ist bei Berührung und Bewegung viel zu laut. Dadurch würde ich persönlich die Kopfhörer nie zum Sport verwenden, da bei jeder Bewegung nervige Eigengeräusche des Kabels direkt ins Ohr gehen.

Aussehen:
Völlig subjektiv. Hier kann man sich am besten anhand der Bilder selber seine Meinung bilden. Ich mag den etwas „spacigen“ Look der In-Ears genau so, wie die Symbiose aus edlem Mattschwarz/Glanzschwarz und verspielten roten und blauen Punkten am „The Snug“, aber da könntet ihr schön völlig anders zu denken.

Klang (The Snug):
Der Klang ist, vor allem im Vergleich zu den von mir oft so (Ironie ein) hoch gelobten (Ironie aus) Beats by Dre Kopfhörern, erstaunlich ausgeglichen für die Preiskategorie, in der der Kopfhörer spielt. Die Bässe überwiegen gegenüber anderen Tonbereichen recht klar, was die Kopfhörer meiner Meinung nach für einige Genres ausschließt, aber die Bässe sind noch nicht so überwiegend, dass sie mich persönlich wirklich stören (jedenfalls bei den meisten Genres). Im tieferen Bassfrequenzbereich beginnt der Kopfhörer, die Töne matschig und weniger klar wiederzugeben. Was mich wirklich stört sind die Höhen, die teilweise wirklich sehr spitz wiedergegeben werden, so dass sie im Kopf fast weh tun. Die Mitten sind nicht übermäßig gut ausgeprägt, sind in dieser Preiskategorie jedoch im guten Durchschnitt. Leider gehen durch den überwiegenden Bass einige Töne in den Mitten verloren, aber das ist auch nicht in allen Genres klar zu erkennen. Bei Sprachwiedergabe ist das allerdings – für mich – sehr störend.

Musik, mit der ich testete: (danach immer der Bezug auf den Kopfhörer)

Drum’n’Bass: Pendulum – Salt in the Wounds (VBR190 kBit/s MP3), Pendulum – Masochist (VBR199 kBit/s MP3) – gut geeignet, vor allem bei schnellen Bassabfolgen

Reggae: Rebelution – Suffering (256 kBit/s AAC) – durch die Bassüberlastung ging der Gesang leider etwas in den Hintergrund

Electronic: Rob Dougan – Clubbed to death (Kurayamino Variation) (835 kBit/s Apple Lossless) – hier störten die unausgeprägten Mitten und überdrehten Bässe mich sehr

Jazz: Jamie Cullum – Mixtape (985 kBit/s Apple Lossless), Jamie Cullum – Mind Trick (1015 kBit/s Apple Lossless) – äußerst störend, da ich besonders hier die Klarheit meiner anderen Kopfhörer gewohnt bin. Mag manchen gefallen, aber die Bässe sind für den Jazzbereich einfach zu stark.

Pop: Hurts – Stay (256 kBit/s AAC) – die ersten 40s angenehm, danach stören mich wieder die Bässe, ansonsten ganz gut –– Jason Mraz – You And I Both (256 kBit/s AAC), Jason Mraz – Coyotes (936 kBit/s Apple Lossless)  – hier fiel besonders auf, dass auch die unteren Mitten noch besonders betont werden. Die höheren Bereiche fehlen oder sind zu scharf

R&B: Bruno Mars – Grenade (905 kBit/s Apple Lossless) – hier ist der überspitzte Bass sogar recht angebracht, genau wie bei Drum’n’Bass. In diesen Bereich würde ich dem Kopfhörer schon eine Empfehlung geben.

Rock: Empty Trash – Garden of the growing hearts (VBR 220 kBit/s MP3) – ähnlich wie bei „Pop“, allerdings nicht so störend und noch annehmbar erträglich.

Dance: Duck Sauce – Barbra Streisand (256 kBit/s AAC), Laserkraft 3D – Nein Mann (256 kBit/s AAC) – passt 😉

Wer sich über falsch zugeordnete Songs beschweren mag, soll das gerne machen. Ich ändere sie dann gegebenenfalls ab.

Klang (In-Ears):

Mir persönlich viel zu undefiniert und viel zu basslastig. Die Höhen sind zwar nicht so stechend wie bei den „The Snug“, dafür sind die Mitten meiner Meinung nach noch etwas unausgeprägter. Wie oben auch schon trifft das hier nur auf manche Genres zu, da Basslastigkeit bei „Drum’n’Bass“ sowie „R’n’B“ und auch anderen Genres passender ist als bei anderen (Jazz, Swing, Classic, Blues, …). Die genaue Musikaufspaltung wie oben werde ich hier sein lassen. Als Fazit reicht hier denke ich, dass die Kopfhörer besonders für Bassfetischisten und für  Hörer der oben genannten Genres geeignet sind. Für die, die ein etwas klareres Klangbild bevorzugen, würde ich jedoch dringend von diesen In-Ears abraten.

Tragekomfort:

Die „The Snug“ empfand ich mit ihren weichen, ohraufliegenden Polstern als sehr angenehm. Wer die Kopfhörer auch für unterwegs verwenden mag, hat hier natürlich, im Gegensatz zu In-Ears, auch noch den Vorteil, dass die Ohren gleich noch ein wenig warm gehalten werden. Die Kopfhörer taten mir, richtige Kopfweiteneinstellung vorausgesetzt, auch nach einstündigem Tragen nicht weh.
Bei den In-Ears verhält es sich wie bei fast allen anderen baugleichen Kopfhörern auch: Ist unter den Silikonaufsätzen die richtige Größe dabei, passen die Kopfhörer auch über längere Zeit gut, stören nicht und fallen nicht aus den Ohren. Passen sie allerdings nicht, hat man ein Problem und muss auf (seperat erhältliche) speziell angefertigte Otoplastiken für die In-Ears (lohnt sich beim Einkaufspreis von unter 30€ für die Kopfhörer mMn nicht – bei Fischer-Amps erhältlich) oder auf Comply-Foam-Tips (ebenfalls bei Fischer-Amps erhältlich) umsteigen.

Spaß- bzw. bei manchen auch: Alltagstest:

Da ich leider oft genug mitbekomme, dass Menschen in meiner Umgebung bei YouTube Musik hören, testete ich die Kopfhörer auch mal unter diesen Bedingungen, um nicht nur Bitratentechnisch hochwertige Musik auf die Kopfhörer geschossen zu haben. Die Kopfhörer überspielten die schlechte Qualität der YouTube Tonspuren erstaunlich gut, was vermutlich am überwiegenden Bass lag.

Was jetzt passiert:

Die In-Ears werde ich meinem Vater schenken, da sie immer noch um einiges besser sind als die standardmäßig beim iPhone mitgelieferten Apple Kopfhörer – wenn auch ohne Mikrofon und Knöpfe. Außerdem gefiel ihm der Klang beim ersten Hören soweit ziemlich gut.
Die „The Snug“ werde ich behalten und für Partys verwenden, wo ich mit Dustin unter dem Namen „Green Disco Star“ für Musik (bzw er für Licht) sorge.

Gesamtfazit:

Die In-Ears würde ich persönlich nach diesem Test nicht kaufen, da sie für mich viel zu basslastig sind und einfach unausgewogen klingen. Das liegt aber vermutlich vor allem daran, dass ich jetzt seit mehreren Monaten im Besitz von sehr hochpreisigen Custom In-Ears bin und dadurch „besseres“ gewohnt bin. Für den ruhig auf der Couch sitzenden Bassfetischisten sind die Kopfhörer großartig. Allerdings ist das Kabel halt wirklich störend, da es sehr laute Geräusche produziert, sobald man sich bewegt.
Der Kopfhörer Philips SHE9622/10 bekommt von mir im Gesamtfazit trotzdem 2.5 von 5 Sternen, da er ein noch annehmbar gutes Preis/Leistungsverhältnis bietet und nur für mich persönlich ausscheidet.

Den „The Snug“ würde ich schon um einiges eher empfehlen. Der Kopfhörer hat eine noch recht angenehme Verteilung, die Bässe sind nicht zu stark, er ist angenehm komfortabel und das Kabelsystem ist wirklich sinnvoll. Der Preis von 50€ ist auch keineswegs überzogen und der Kopfhörer schlägt beispielsweise Monsters „Studio HD“ um Längen, und das, obwohl diese für um die 200€ (oder mehr) über die Ladentheke gehen.
Was anzumerken ist: Der Kopfhörer ist relativ leise. Habe ich bei meinen eigenen Kopfhörern am iPhone eine Maximallautstärke von 50% eingestellt, muss ich bei diesen Kopfhörern schon mal bis 80-90% aufdrehen, um eine ähnliche Lautstärke zu erreichen.
Der Kopfhörer Philips SHO8801/10 O’Neill (a.k.a. „The Snug“) bekommt von mir im Gesamtfazit für seine Preisklasse 4 von 5 Sternen.

Ich danke der Firma Philips noch mal, dass ich als Tester ausgewählt wurde und hoffe, dass ich meine Aufgabe für sie gut erfüllte. Jetzt muss ich nur noch eine (kürzere) Bewertung bei Amazon hinterlassen und habe dann damit meine Auflagen erfüllt.

Von den Kopfhörern, die ich in den letzten Monaten im Langzeittest hatte, gruppiere ich wie folgt: (UVP in Klammern)
Ultimate Ears UE5 Pro (659€) > Sennheiser CX400-II Precision (69€) > Philips SH08801/10 „The Snug“ (50-60€) > Sennheiser CX300 (30€) > Philips SHE6922/10 (20-30€) > Bose Triport In-Ears (99€) (Gott, waren die mies. Frage mich wirklich, warum die so hoch gelobt werden!)

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