E13 Heim 3RS – Kettenführung

E13 Heim 3RS – Kettenführung

Nachdem meine Testberichte sich bisher nur auf Kopfhörer und O2 bezogen, geht es im folgenden nun um ein Fahrradteil.

Nachdem ich schon eine Menge Geld in mein Fahrrad steckte und nach und nach vom Ladenzustand zum aktuellen Zustand kam – erst wurde die Schaltung ausgetauscht, dann die Bremsen, dann die Gabel, dann andere Kleinteile –, dachte ich lange Zeit, das Fahrrad sei für meine Anwendungszwecke nun perfekt und ich müsse nichts mehr ändern. Hoffend, dass ich demnach nur nach Geld für Verschleißteile wie Reifen und Kassette ausgeben müsse, war ich zufrieden. Doch je mehr ich Fahrrad fuhr, desto anspruchsvoller wurde es. Meine Fahrweise ist noch immer die eines etwas fortgeschritteneren Anfängers, aber ich stieß an Grenzen bzw. bemerkte, dass etwas falsch ist: Die Kette flog nämlich des Öfteren mal runter und rutschte zwischen erstes Kettenblatt und Rahmen – es sei denn, ich habe vor einer Abfahrt in eine schräge Gangkombination wie 3×1 oder 1×9 geschaltet, denn hier war die Kette dann genügend auf Spannung um nicht herunterzufallen. Um während Abfahrten auch vernünftig treten zu können, ohne solch abstruse Gangkombinationen fahren zu müssen, musste also eine Kettenführung her.

Allerdings gibt es auf dem Mountainbikemarkt zwar sehr viele verschiedene Kettenführungen in verschiedensten Preis-, Gewichts- und Materialsklassen, jedoch sind die meisten eher für 2-fach Kurbeln oder gar Kurbeln mit nur einem Kettenblatt ausgelegt – wie es bei klassischen Freeride- und Downhill-Rädern die Regel ist also. Da ich jedoch nicht auf meine drei Kettenblätter verzichten wollte, suchte ich etwas in Foren herum und stieß zunächst auf die Bionicon C.Guide, entschied mich dann aber doch für die Heim 3RS von ethirteen. Da ich keinen Rahmen mit ISCG-Aufnahme hatte, wurde es also die BB-Version, die zwischen Tretlager und Rahmen geklemmt wird, wie es auch bei Umwerfern mit „E-Type“-Aufnahme der Fall ist.

Bestellung bei CRC

Am 22. März bei Chainreactioncycles zusammen mit ein paar anderen Sachen bestellt, waren die Sachen auch schon am 26. März bei mir. Hier mal wieder ein großes Lob an CRC und die Post: Kostenloser Versand und so schnelle Lieferzeit sehe ich bei einem Paket aus UK nicht unbedingt als Selbstverständlichkeit an!

Der Kettenführung lagen nur eine kleine durchsichtige Tüte mit einer Art Reißverschluss – ungemein praktisch für Schrauben und sonstigen Kleinkram; wird auf jeden Fall Platz in meinem Fahrradrucksack finden – und eine auf Pappe gedruckte bebilderte Anleitung bei.

Ausgangszustand: Ohne Kettenführung

Heute ging es dann endlich an die Montage. Da ich das Glück habe, einen in die Kurbel integrierten Kurbelschlüssel zu besitzen, reichte ein 8mm Inbus, um den rechten Kurbelarm vom linken zu lösen, um an das Tretlager zu kommen.

Rechter Kurbelarm entfernt

Für das Tretlager war dann aber doch ein Spezialschlüssel nötig, den ich mir beim örtlichen Fahrradhändler leihen musste, um das Tretlager rausdrehen zu können.

Rechtes Tretlager entfernt

Da sich Anflüge von Rost auf der Kurbelachse gebildet haben, schnappte ich mir noch einen Gummihammer um den linken Kurbelarm rauszubekommen, wischte die Achse sauber und schmierte neues Fett auf die Achse. Yummy. Ich liebe Fett…

Kettenführung montiert – Frontansicht

Den linken Kurbelarm mit Achse wieder reingesteckt, konnte ich nun die rechte Tretlagerschale durch die Kettenführung führen und beides wieder am Rahmen festschrauben. Für den nötigen Abstand und die richtige Kettenlinie sorgen Spacer zwischen Kettenführung und Tretlager.

Kettenführung montiert – Ansicht von oben

Die Kurbel wieder drangeschraubt hatte ich dann nach einer knappen Dreiviertelstunde mein Fahrrad um ein Teil bereichert. Neben dem Vorteil, dass die Kette nicht mehr zwischen Rahmen und Kurbel rutschen kann – dafür der große Kranz über dem Tretlager – hält die Rolle die Kette außerdem etwas mehr auf Spannung und verhindert somit bei Sprüngen, dass die Kette runterfällt oder mit Schwung gegen den Rahmen knallt.

Kettenführung und Kurbel montiert – Frontansicht

Bisher habe ich nur eine kurze Runde auf der Straße und ein paar Sprünge gemacht, um die Kettenführung zu testen, aber ich bin zufrieden. Die zusätzliche Rolle, über die die Kette nun noch gleiten muss, erzeugt kaum Mehrarbeit und es tritt sich recht unauffällig. Die knapp 100g Mehrgewicht sind es mir jedenfalls wert und ich hoffe, die fast 60€ Kosten für die Kettenführung lohnen sich langfristig.

Rückseite der Platte der Kettenführung

Zu sagen, dass ihr nicht auf Dreck und Kratzer achten solltet, ist jetzt wahrscheinlich etwas zu spät, was?

Wegen der einfachen Montage – die passenden Schraubenschlüssel vorausgesetzt – und der bisher festgestellten Wirkung der Kettenführung kann ich die Heim 3RS bisher empfehlen. Alles weitere wird sich erst im Langzeittest feststellen lassen. Ich bin vor allem gespannt darauf, wie stark die Abnutzungserscheinungen der Rolle sein werden.

UPDATE: Nach zwei Ausfahrten kann ich nun sagen: Ich bin zufrieden. Ich muss keine abstrusen Gangkombinationen mehr fahren, damit die Kette ihre Position hält und bei holprigem Untergrund schlackert die Kette nicht mehr so arg rum wie zuvor und knallt nicht ständig gegen die Kettenstrebe. Daumen hoch!

2 Replies to “E13 Heim 3RS – Kettenführung”

  1. Hi.
    ich habe deinen Beitrag über die Kettenführung gelesen.
    Sehr interessanter Beitrag.
    Mich würde jetzt interessieren, ob du mit der Kettenführung zufrieden bist/warst.
    Auf den Bilder kann ich erkennen, dass du das gleiche Bike hast wie ich.

    Ich habe das Problem, dass wenn ich vorne das mittlere Ritzel fahre die Kette immer gegen das grosse Kettenblatt schlägt.
    Das nervt.

    Gruss
    Steffen

    1. Moin!

      Ich fahre die Kettenführung immer noch und war bisher immer zufrieden. Ich habe weder das von dir beschrieben Problem, noch ist mir die Kette mal runtergefallen – die Führung erfüllt also auch ihren Zeck.

      Gruß
      Patrick

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