HKX – eine Alternative?

HKX – eine Alternative?

Update (29. Juni 2015): Seit dem 1. Februar dieses Jahres können teilweise DB-Tickets für den HKX genutzt werden. Genauere Infos finden sich auf der HKX-Unterseite zu DB-Tickets. Die NRW-Semestertickets können nach aktuellem Stand weiterhin noch nicht genutzt werden:

Tickets der Landesverbünde […] sowie Verkehrsverbünde […] können noch nicht anerkannt werden. Dazu gehören u.a. das Niedersachsen-Ticket, das SchöneFahrt- & SchöneReiseTicket NRW, das NRW-Semesterticket, sowie Zeit- und Abo-Karten. (Auszug der oben verlinkten Seite; Hervorhebungen durch mich)

Update (29. Mai 2014): Da sich sehr viele mit Suchbegriffen wie „darf man mit dem Semesterticket HKX fahren?“ hierher verirren, möchte ich gleich die Antwort liefern: Nein. Für den HKX sind eigene Tickets nötig, die auf der HKX-Homepage und an ausgewählten Schaltern (siehe Website) erhältlich sind. Tickets, die für Züge der Deutschen Bahn oder sonstigen öffentlichen Nahverkehr Gültigkeit besitzen, können im HKX nicht nur teilweise (siehe Update oben) benutzt werden.

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Vor Kurzem erst schrieb ich einen kleinen Bericht über Mitfahrgelegenheit.de (hier zu finden), indem ich das Prinzip Mitfahrzentrale und das Antreten längerer Strecken per Auto thematisierte. Diesmal geht es um den noch jungen – am 23. Juli dieses Jahres war die Jungfernfahrt – HKX. HKX ist ein Akronym und steht für den Hamburg—Köln-Express, der – nach eigener Aussage – ersten „privatwirtschaftliche(n) Konkurrenz zur (Deutschen) Bahn im Fernverkehr“.

Die im Oktober 2009 entstandene Hamburg-Köln-Express GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine echte Alternative zur Deutschen Bahn auf der Strecke Köln—Hamburg zu bieten. Die selbsternannten Ziele sind der Verkauf preiswerter Fahrkarten, guter Service und Verpflegung zu attraktiven Preisen an Bord. Da es sich beim HKX um einen (privaten) Konkurrenten der Deutschen Bahn handelt, sind die Tickets des HKX nur online, per Telefon oder im Zug zu kaufen, nicht aber an den Bahnhofsschaltern oder -automaten.

Wie der Name schon sagt, fährt der HKX von Köln bis nach Hamburg (und umgekehrt). Folgende Haltestellen werden dabei angefahren (Stand: 31. August 2012):

  • Köln Hbf
  • Düsseldorf Hbf
  • Duisburg Hbf
  • Essen Hbf
  • Gelsenkirchen Hbf
  • Münster Hbf
  • Osnabrück Hbf
  • Hamburg-Harburg
  • Hamburg Hbf
  • Hamburg-Dammtor (nicht immer)
  • Hamburg-Altona

Der HKX fährt derzeit mit alten Zügen (1960-1970) die Strecke Köln—Hamburg, neuere sollen aber folgen (Quelle: WDR-Bericht, Aktuelle Stunde, via). Dadurch, dass bisher noch nicht allzu viele Züge verfügbar sind, fährt der HKX auch nicht so oft wie die Züge der Bahn auf derselben Strecke. Außerdem sind die Fahrzeiten etwas gewöhnungsbedürftig und erfordern mitunter frühes Aufstehen. Dafür sind die Preise aber meist günstiger – wobei das natürlich davon abhängt, wann man bucht und ob man gegebenenfalls eine BahnCard besitzt oder Sparpreise der Deutschen Bahn nutzen kann, wodurch sich teilweise auch eine Fahrt per DB-Zug eher lohnen kann. Die Preise einer Fahrt mit dem HKX hängen von der Nachfrage ab und werden dementsprechend teurer/günstiger in Abhängigkeit davon, wie viele Plätze bereits gebucht wurden oder noch frei sind. Genauere Informationen dazu findet ihr auf der HKX-Ticketseite.

Die Bezahlung funktioniert online per Sofort®-Überweisung, PayPal und Kreditkarte (MasterCard und Visa) – in allen Fällen derzeit ohne zusätzliche Gebühren. Der Ablauf der Bestellung ist ziemlich einfach geregelt. Nach Angabe der Reiseroute auf der Startseite (Start und Ziel) sowie des Reisetages und der optionalen Eingabe der Rückfahrt wurde ich zur Zugauswahlseite weitergeleitet, wo alle Züge angezeigt werden, die an diesem Tag die Strecke fahren, die angegeben wird. Wegen der schon genannten bisher geringen Zuganzahl gab es in meinem Fall am ausgewählten Tag gar keine Alternative. Nach Wahl des Zuges erfolgt eine Weiterleitung zur Anmeldung bzw. Registrierung eines „Mein-HKX“-Accounts. Nachdem alle Daten an die HKX-Seite übertragen wurden, kommt der letzte Schritt der Bestellung, wo eventuell vorhandene Gutscheincodes eingegeben werden können und wo angegeben werden muss, womit bezahlt wird. Nachdem das geklärt ist, war’s das auch schon. Man bekommt das Ticket per E-Mail – wie bei der Bahn auch – und muss es sich dann ausdrucken und zur Fahrt mitbringen.

Ich werde den HKX nächste Woche einmal ausprobieren. Da ich Geld sparen wollte und dank Semesterticket eh die Regionalzüge der Deutschen Bahn in NRW nutzen darf, geht meine Fahrt also erst von Dinslaken nach Münster per Semesterticket und DB-Zügen und dann von Münster nach Hamburg über den HKX. Ende nächster Woche berichte ich dann und füge auch ein paar Fotos des Zugs ein.

[Update 8. September] Abgelenkt von einer LaTeX-Lektüre, habe ich während der Fahrt völlig vergessen, Fotos vom Zug zu machen. Jetzt habe ich weder von außen, noch von innen welche … Aber ein kleiner Bericht funktioniert auch ohne Fotos:

Am Mittwoch ging es um 10:39 Uhr am Dinslakener Bahnhof los. So zumindest der Plan, wäre nicht (wieder?) eine Verspätung der Deutschen Bahn dazwischengekommen. Die Regionalbahn nach Duisburg verspätete sich um 10 Minuten, was durch insgesamt 20 Minuten eingeplanten Halts in Duisburg aber kein Problem für meine weitere Fahrt darstellte. Von Duisburg ging es dann um etwa 11:25 Uhr per RegionalExpress weiter nach Münster. Von der Fahrt dorthin bekam ich nicht sonderlich viel mit, da ich ziemlich zu Beginn der Fahrt einschlief, was nicht sonderlich gemütlich war, wie mir im Laufe der Zeit nach Fahrtende auffiel.

Nachdem ich die knappe Stunde bis zur Abfahrt des HKX in Münster mit einem Besuch bei Subway und der nächsten Sparkasse überbrückt hatte, ging es planmäßig und äußerst pünktlich gegen 13:47 Uhr los. Der Zug war, wie schon erwartet, recht alt. Ich konnte ihm aber mehr abgewinnen als den normalen Regionalzügen mit ihren Großraumabteilen in abwechselnden Zweierreihen und Vierersitzen mit Tisch: der Zug besteht aus vielen einzeln abgeschlossenen Sechserabteilen, wie man sie aus der hübschen Bahn der Harry-Potter-Filme kennen mag. Die einzelnen Sitze unterscheiden sich vom Komfort massiv von den eher spärlich gepolsterten Versionen der Regionalzüge der Bahn, da sie größzügig gepolsterte und, meinem Hintern vertrauend, gemütliche Sitzflächen haben. Die Kopflehne ist individuell für jeden Sitz verstellbar und bietet links und rechts wie bei einem Ohrensessel Möglichkeiten, sich anzulehnen.

Was ich als etwas störend empfand, war die Temperatur im Abteil. Tür und Fenster waren, wie es zwei Aufkleber für optimale Funktion der Klimaanlage empfahlen, geschlossen, dennoch war es für mein Empfinden zu warm im Abteil – wobei hier gesagt werden muss, dass ich kältere Temperaturen bevorzuge und mich schon bei Zimmertemperaturen über 20°C schnell mal unwohl fühlen kann.

Nach Einsteigen in den Zug wurden alle zugestiegenen Gäste von einer Stimme aus dem Off herzlich an Bord begrüßt und darauf hingewiesen, dass es sich ausdrücklich nicht um einen Zug der Deutschen Bahn, sondern der HKX handle, weswegen nur HKX-Tickets gültig seien, jedwede DB-Tickets und -Karten jedoch nicht. Danach kam noch eine kurze Werbung fürs Bordbistro – zusätzlich zu den ausgelegten Zetteln im Abteil –, welche das Tagesangebot bewarb. Die Preise klangen ansprechend für das offenbar Gebotene, ich hatte aber keinen Hunger und schlug daher diese Möglichkeit aus.

Die Fahrt verlief ohne Störungen und wir kamen auf die Sekunde pünktlich in Hamburg-Harburg – für mich an diesem Tag Endstation des HKX – an.

Ich kann von meiner kurzen Erfahrung mit dem HKX bisher nur sagen, dass mir das Gebotene sehr zusagt. Die Preise sind angenehm, die Abteile komfortabel und leise, die Fahrt planmäßig und pünktlich, das Personal freundlich. Sollte eine HKX-Fahrt noch mal deckungsgleich mit meiner Fahrt sein, werde ich diese Möglichkeit definitiv wieder in Betracht ziehen.

Was nicht direkt etwas mit dem HKX zu tun hat, ich aber dennoch gern loswerden möchte: Auf fast fünf Stunden Zugfahrt durch halb Deutschland mit vier verschiedenen Zügen und einem Bus bin ich wieder einmal nicht wegen einer gültigen Fahrkarte kontrolliert worden. Das passierte mir bisher bei allen Fahrten, die ich in letzter Zeit per ÖP(N)V tätigte … Weiterhin ist es interessant, dass der HKX keine Verspätung hatte, während ich bei Zügen im DB-Netz 30 Minuten (10 Minuten Dinslaken—Duisburg, 20 Minuten HH-Harburg—Lüneburg) ertragen musste.

Danke für die bisherigen Kommentare. Hat von euch sonst noch jemand Erfahrungen mit dem HKX gesammelt?

 

4 Replies to “HKX – eine Alternative?”

  1. Sehr unzufriedenstellend.
    Wenig Platz – okay. Schlechtes „Krisenmanagement“ – nicht okay.
    Wie kann es sein, dass ein HKX auf einer Strecke umgeleitet wird, was ich erst am Abfahrtsbhf. erfahre, der natürlich wegen der Umleitung NICHT angefahren wird und die DB die exakt gleiche Strecke mit nur einer zeitlichen Differenz von 7 minuten fährt?! Ohne Umleitung? Ich musste mir also ein DB-Ticket kaufen und kam so ohne weitere Probleme nach Hause. Das Telefonat mit der HKX-Hotline war teuer und nicht kundenorientiert/informativ, also überflüssig. Der Versuch, die Ticketkosten vom HKX erstattet zu bekommen, ist ein schwieriges Unterfangen. Falsche Informationen auf der Homepage (man solle ANTWORT auf den Brief schreiben, dann müsse man kein Porto zahlen – FALSCH, geht nur bei Firmenvordruck, nicht bei handschriftlicher Eigenregie, musste also Porto zahlen, mir geht es hier nicht um das Porto sondern um den Umstand der Irreführung durch falsche Informationen, das ist unseriös und unprofessionell), unfreundliche Antwort per Mail aus Textbausteinen, die gar nicht zur Situation passen, keine Entschuldigung, keine Erklärung, nichts – das war das letzte Mal. Ich mag die DB gewiss nicht !! – aber im Fall des Falles bekommt man Antworten und Gelderstattung und fühlt sich besser betreut und als Kunde ernstgenommen (soweit man das von diesen reizenden Konzernen überhaupt sagen kann) .

  2. Ich kann HKX leider NICHT weiterempfehlen !! Ich habe 2 Tickets für eine Hin- und Rückfahrt Hamburg – Köln – Hamburg gebucht. Am Samstag, standen meine Frau und ich gemäß der Unterlagen und der Anzeigetafel am Bahnhof am Gleis Nr. 12. Als wir merkten, dass von unserem Gleis die Gäste rannten, merkten wir, dass Sie ohne Vorankündigung das Gleis geändert hatten. Bis dahin war ja noch alles in Ordnung. Wir hatten ja noch 3 Minuten Zeit, um das richtige Gleis zu finden! Am Zug angekommen, herrschte dort Chaos. Wir schafften es, in den Zug einzusteigen, doch unsere reservierten Plätze gab es nicht. Konnten sie auch nicht, weil Sie die Platzreservierung aufgehoben hatten. Das Hauptproblem lag aber darin, dass Sie nicht nur die Platzreservierung aufgehoben haben, sondern mehr Tickets verkauft haben, als Sie Platz zur Verfügung hatten. Angeblich seien einige Wagons ausgefallen und deshalb könne man nur mit 2 Wagons!! fahren. Einer davon auch noch defekt! Ohne Licht und Heizung. In der jetzigen Jahreszeit sehr angenehm.
    Wir sprachen Ihr Personal an, um zu erfahren, wie es nun weitergehen soll denn wir hatten ja noch 4 Stunden vor uns. Die erste Möglichkeit war, den nächsten HKX-Zug abzuwarten (Abfahrt erst in einigen Stunden) oder im Stehen zu fahren. Da wir noch einen wichtigen Geschäftstermin hatten, blieb uns nichts Anderes übrig, als im Zug zu stehen. Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, dauert die Fahrt 4 Stunden. Erst nachdem wir uns mit Nachdruck beschwert hatten, war die Crew bereit, den Serviceraum (4 Plätze) nach über einer Stunde Fahrt auch für einige stehende Gäste freizugeben. Für die Unannehmlichkeiten gab es für die frierenden Gäste im defekten Wagon Kaffee umsonst…alle anderen konnten sich glücklich schätzen, mitgenommen zu werden!In Köln angekommen, dachten wir, wir hätten vielleicht Pech gehabt. Es würde sich hier ja um eine Ausnahme handeln. Was wir nicht wussten, dass sich das gleiche nochmal am nächsten Tag bei unserer Rückfahrt abspielen werden würde! HKX weiss von Ihren Kapazitätsproblemen und unternehmen nichts dagegen! Sie bereichern sich auf Kosten der Gäste und hoffen, dass keiner von Ihnen die Presse darüber informiert…

  3. Moin,
    bin mit dem HKX von Osnabrück nach Hamburg Hbf gefahren und bin absolut zufrieden. Die Fahrt dauerte weniger als 2 Stunden, der Zug war pünktlich und das Ticket habe ich online für echt günstige 10€ gekauft. Der Zug selbst ist zwar alt aber bietet etwas, was man heute kaum noch kennt, Platz. In Regionalbahnen kann ich bei meiner Größe (über 1,90m) in den Zweierbänken nicht immer bequem sitzen und die Viererbänke sind mit vier Leuten auch nicht gerade komfortabel. Die Sechserabteile im HKX waren aber groß genug um genug Freiraum für alle Passagiere zu bieten (auch wenn jeder Sitzplatz im Abteil belegt ist). Bezüglich Speisen kann ich nichts sagen, da diese in einem anderen Wagen angeboten werden und ich die ganze Fahrt in meinem Zugabteil blieb. Meiner Meinung nach durchaus zu empfehlen, wenn man günstig reisen will.

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