Amazon Instant Video

Amazon Instant Video

Nachdem sich bei Musikstreamingdiensten nun schon seit längerer Zeit das monatliche Zahlen für den vollen Zugriff auf die Musikdatenbanken der Anbieter durchgesetzt hat und das Konzept auch bei Kunden Anklang gefunden hat, übernehmen inzwischen auch immer mehr Videoanbieter das Konzept für den Massenmarkt. Der Breitbandausbau schreitet deutschlandweit zwar stellenweise nur langsam voran, inzwischen ist aber dennoch in vielen Bereichen – insbesondere größeren Städten – genügend Bandbreite vorhanden, um die Streamingangebote ruckelfrei und in guter Qualität nutzen zu können.

Als Student bin ich – nicht nur aufgrund der geringeren Kosten, sondern auch wegen des anfänglichen Probejahrs – schon seit Mitte 2012 Amazon Prime Kunde. Als Ende Februar dann der Zusammenschluss des Prime-Angebots von Amazon mit dessen Tochterfirma Lovefilm bekannt gegeben wurde, war ich gleich sehr euphorisch, weil mich dieses zusätzliche Angebot im Vergleich zu anderen Anbietern kaum was kosten würde und das im Aufbau stehende Medienangebot schon damals recht vielversprechend aussah.

Vor einigen Monaten habe ich mir dann noch einen Samsung Smart-TV geholt, der anfangs nur als großer Monitor für den angeschlossenen Computer gedacht war. Als ich jedoch bemerkte, dass es für den Fernseher auch eine Amazon Instant Video App gibt, erhöhte sich meine Nutzung des Dienstes schlagartig. Ich sah Serienfolge um Serienfolge, Film um Film und war vom reinen Abspielen her zufrieden. Amazon machte die Nutzung des Dienstes für mich besonders einfach, da ich nicht schon wieder einen Account für einen anderen Anbieter einrichten musste, sondern einfach meinen schon seit Jahren bestehenden Amazon-Account für den Film- und Seriengenuss weiternutzen konnte.

Film- und Serienangebot

Amazons Videoangebot befindet sich im Aufbau, beinhaltet aber bereits eine große Anzahl von Filmen und Serien. Einen kleinen Überblick über das Angebot findet ihr in der Amazon Instant Video Übersicht. Ich konnte aber schon in der relativ kurzen Zeit, die das Instant-Video-Angebot besteht, feststellen, dass wöchentlich eine Vielzahl an neuen Titeln dazukommt – Die Tribute von Panem ist zum Beispiel gerade erst neu dazugekommen. Zusätzlich zu Spielfilmen und bekannten Serien befinden sich außerdem auch einige Amazon-Eigenproduktionen im Repertoire. Da das Angebot an mir bekannten Serien dort allerdings schon üppig genug ist, habe ich das Schauen der Eigenproduktionen erstmal auf später verschoben und kann nichts darüber sagen. Zu den exklusiven Inhalten (die auch eigene Produktionen beinhalten) gehören unter anderem: Betas, Alpha House, Dark Knight Rises, Despicable Me (Ich – einfach unverbesserlich), Ted und einige weitere.

Auch die bekannteren Serien sind schon recht gut abgedeckt. How I Met Your Mother, Two And A Half Men, The Big Bang Theory, Californication, Breaking Bad, New Girl, Dexter und weitere Serien sind bereits vorhanden und sogar Game of Thrones kann angesehen werden.

Unterstützte Geräte

Das Instant Video Angebot ist auf einer Vielzahl von Geräten nutzbar und der Anteil der unterstützten Geräte wird noch größer. Momentan gehören zahlreiche Smart-TVs und Blu-Ray-Player verschiedener Hersteller, PlayStation 3 und 4, iPhones (ab 3GS), iPads, seit kurzem auch Androidgeräte ab Android-Version 4.0, sowie Amazons eigene Geräte wie der Kindle Fire HDX und das erst kürzlich erschienene und quasi speziell für diesen Zweck gebaute Amazon Fire TV – eine Set-Top-Box mit Netzwerkanschluss – dazu. Eine genauere Auflistung aller unterstützten Geräte ist bei Amazon selbst zu finden.

Amazon Instant Video App auf einem Samsung Smart TV
Amazon Instant Video App auf Samsung Smart TV | Copyright der App: Amazon

Audiovisuelle Qualität der Inhalte

Die Tonspuren sind – je nach Serie und Film – mindestens im Stereoton vorhanden, manche allerdings auch in Surround-Sound (in der App für Samsung Smart-TVs mit 5.1 markiert). Über den Audio-Return-Channel (ARC) gäbe es also auch die Möglichkeit, per HDMI an den Fernseher angeschlossene Surround-Receiver mit der Tonausgabe zu betrauen und den Film mit Raumklang zu erleben. Da ich nur einen Stereo-Receiver besitze, konnte ich allerdings noch nicht testen, in welchem Format (Dolby Digital, dts, AAC-Surround) der Ton ausgegeben wird.

HD-Filme sind – soweit ich es bisher bei der Nutzung mitbekam – in Full-HD (1080p) vorhanden. Genauere Angaben, wie z. B. zu Codecs, kann ich nicht machen. Bei einem nicht ganz genauen Test habe ich einmal geschaut, auf welche Bitrate die Inhalte ungefähr kommen: Eine Folge von Bones in HD sorgte bei mir für ungefähr 3GB Bandbreitennutzung, was bei einer 45-minütigen Folge ungefähr 9 Mbit Bitrate für Bild und Ton zusammen bedeuten würde.

Bisher fehlende, aber noch kommende Features

Was ich bisher schmerzlich vermisse, ist die Möglichkeit, Filme und Serien komfortabel in englischer Sprache zu sehen, sofern das die Originalsprache war. Momentan befinden sich die Originalversion und die deutsche Synchronversion parallel im Katalog, wobei das Original mit [OV] im Namen vorhanden ist. Zum einen ist das Originalsprachenangebot momentan noch relativ klein, zum anderen ist diese Lösung alles andere als komfortabel.

Schon in naher Zukunft soll es allerdings endlich Filme und Serien mit Multi-Track-Audio geben, sodass wie bei einer DVD oder Blu-Ray die Sprache einfach während des Ansehens umgeschaltet werden kann. Ich hoffe sehr, dass sich dadurch auch die Vielfalt an in Originalsprache ansehbaren Videos vergrößern wird. Außerdem erhoffe ich mir eine näher an der DVD/Blu-Ray gelegene Lösung, was Untertitel anbetrifft. Die Smart-TV-App zeigt zwar momentan bei abspielendem Video in der Kontrollleiste einen CC-Button an, der auf Untertitel (closed caption) schließen lässt, allerdings war dieser bisher in allen von mir angesehenen Videos ausgegraut – auch bei OV-Filmen.

Markierung OmU an einem Film
»OmU«-Markierung für eine Serie im Originalton mit Untertitel (deutsch!) | Copyright der App: Amazon

Störende Aspekte

Ich erwähnte eingangs Musikstreaminganbieter wie Spotify und etwas weiter oben auch die Möglichkeit, Game of Thrones anzusehen. Anhand dieser beiden Aspekte ist sehr gut darstellbar, was mich an Amazon Instant Video stört: Vor wenigen Monaten fing ich damit an, Doctor Who (2005) auf der Plattform zu gucken. Die Serie war sowohl im britischen Originalton als auch auf Deutsch vorhanden und Teil des Prime-Instant-Video-Angebots – kostete also nicht extra, sondern war von der Jahresgebühr abgedeckt. Kurz nachdem ich die erste Staffel abgeschlossen hatte, kosteten plötzlich die weiteren Staffeln Geld und auch die erste Staffel war nicht mehr im Prime-Angebot enthalten. Daran wurde mir schmerzlich bewusst, dass das Bezahlen der Gebühr und die Nutzung des Dienstes kein Garant dafür sind, immer dieselbe Leistung zu erfahren, wie es bei Spotify ist. Dort springen manche Label eventuell mal wieder ab und Musik ist gar nicht mehr verfügbar, sie kostet aber nicht plötzlich Geld. Dieser Aspekt sollte beachtet werden.

Zu Game of Thrones: Die Serie ist zwar streambar, allerdings nur gegen ein zusätzliches Entgelt pro Staffel. Bei solch aktuellen Serien verstehe ich die zusätzlichen Kosten von Seiten des Anbieters auch – vor allem, da die Jahresgebühr nicht wirklich hoch ist –, für mich als Kunden ist das Aufpassenmüssen, was denn nun Geld kostet und was nicht (durch das Prime-Symbol erkennbar) und die Genervtheit, dass ich zusätzlich zur Kasse gebeten werde, allerdings störend.

Angenehme Features

Amazon speichert ab, welche Filme und Serien angesehen wurden. Davon haben allerdings auch Kunden etwas: In der Samsung-App werden zum Beispiel zwei Bereiche auf dem Homescreen angezeigt, die Kürzlich gesehen und Ihre Serien heißen. Besonders Ihre Serien ist im Alltag sehr hilfreich, da hier alle bei Amazon angesehenen Serien angezeigt werden und noch dazu immer die aktuellste nicht gesehene Folge gleich anklick- und abspielbar vorliegt. Zudem wird beim Pausieren einer Serienfolge oder eines Films der Abspielstand gespeichert, sodass beim nächsten Öffnen der App an derselben Stelle fortgefahren werden kann. Bereits angesehene Serienfolgen werden zudem ausgegraut. Ich kann also immer auf Anhieb sehen, wie weit ich in einer Serie fortgeschritten bin und welche Folgen ich noch nicht gesehen habe. Zwar nutze ich Episodecalendar weiterhin, bin allerdings nicht mehr so sehr darauf angewiesen.

Übersicht der Episoden innerhalb einer Serienstaffel
Übersicht der Staffelepisoden mit Fortsetzen-Option | Copyright der App: Amazon

 Benötigte Bandbreite

Die Mindestvoraussetzungen zum Streamen von SD-Inhalten werden von Amazon mit 900 Kbit pro Sekunde angegeben, die für HD-Inhalte 3,5 Mbit pro Sekunde. Ich vermute, dass das die Mindestwerte für ruckelfreies Streaming mit wenig Vorladen (Buffering) sind, kann dazu allerdings keine näheren Angaben machen. Benutzer mit DSL 6000 oder höher dürften eigentlich keine Probleme bekommen. Zumindest auf dem iPad habe ich die Nutzung auch schon mit DSL 2000 getestet und das Video lief (nach kurzem Buffern im Voraus) flüssig. Ich nutze das Angebot mit einer Bandbreite von 50 Mbit und kann berichten, dass auch HD-Inhalte von über drei Stunden Länge völlig ruckelfrei laufen.

Fazit

Ich bin mit dem Angebot bisher sehr zufrieden und kam auch in der relativ kurzen Zeit, die das Angebot besteht, schon auf einige Stunden Benutzung. Wenn die wenigen Aspekte, die mich momentan etwas stören, noch ausgeräumt werden, könnte Prime Instant Video ein perfekt rundes Angebot für mich darstellen.

Kosten und Leistungen

Amazon-Prime-Mitglieder zahlen eine Jahresgebühr von 49€, die einmal im Jahr vom angegebenen Konto abgebucht wird. Für diese 49€ – runtergerechnet gerade mal knapp 4,08€ im Monat – und erhalten dafür Zugriff auf viele der Filme und Serien im Amazon Instant Video Angebot kostenlos. Dazu gibt es kostenlosen (Premium-)Versand auch für Artikel unter der Mindestgrenze von 25€, die nicht-Prime-Mitglieder beachten müssen, Vergünstigungen beim Express-Versand und kostenlosen Zugriff auf viele Kindle-Titel.

Für Studenten wahrscheinlich noch interessant: Ihr erhaltet ein Jahr lang die Amazon Prime Mitgliedschaft gratis und zahlt danach nur 24€ statt 49€ im Jahr. Allerdings gibt es im kostenlosen ersten Jahr keinen Zugriff auf das Prime-Instant-Video-Angebot (nach dem ersten Jahr trotz reduzierter Gebühr allerdings schon). Solltet ihr die Studentenvorteile nutzen wollen, könnt ihr euch hier anmelden.

Nachdem ich euch jetzt von den Vorzügen und den wenigen Negativpunkten berichtet habe, überzeugt euch doch einfach selbst. 30 Tage lang könnt ihr Prime Instant Video kostenlos testen. Wenn ihr euch innerhalb dieser Zeit entscheidet, die Mitgliedschaft nicht weiterzuführen, könnt ihr problemlos kündigen.

Amazon Instant Video 30 Tage lang gratis testen

Kleiner Tipp am Ende noch: Auf WerStreamtEs könnt ihr herausfinden, wo es Filme und Serien, die ihr gern gucken würdet, zum legalen Streamen, Mieten und Kaufen gibt.

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2 Replies to “Amazon Instant Video”

  1. Großes Lob an Dich für diesen sehr ausführlichen Artikel! Deine Erfahrungen decken sich mit meinen, vor allem, was die (noch) umständliche Mehrsprachigkeit angeht. Andererseits war ich während eines forcierten Stöberns in den letzten Tagen sehr überrascht, wie viele (aus meiner Sicht) gute Filme tatsächlich auf Prime Instant Video (also ohne weiteren Aufschlag) verfügbar sind.

    An dieser Stelle ist es wichtig, den Unterschied zwischen Amazon Instant und Prime Instant Video noch mal deutlich zu machen. Sicher ein gewollter Effekt, dass man beim Stöbern immer wieder auf Bezahlinhalte stößt, die den durchaus sehr guten Preis für Prime querfinanzieren.

    Es lohnt auch ein Seitenblick auf Netflix. Dort ist zwar das Angebot in DE (noch) deutlich reduzierter als bei Amazon, dafür ist Mehrsprachigkeit Standard. Schließlich sei als Pro für Amazon noch die IMDB erwähnt, welche ja von Amazon betrieben wird. Filme auf IMDB suchen und sofort sehen, ob und wie (Amazon Instant, Prime Instant, DVD/Blu-Ray) diese verfügbar sind, hat was.

    Ich nutze beide Produkte (Prime Instant und Netflix) und habe damit eine sehr gute und für mich nicht teure Lösung gefunden. Endlich liefern Filmindustrie und Handel auch in Deutschland Antworten!

    1. Genauso handhabe ich es inzwischen auch. Da der Studenten-Account für Amazon Prime noch mal etwas günstiger ist und ich mir den Netflix-Account mit anderen teile, komme ich mit wirklich wenig Geld im Monat weg und habe dafür stundenlangen Genuss garantiert.
      Ich mache das mit dem Stöbern ähnlich, nur dass ich auf Letterboxd schaue und mich durchklicke. Erstaunlicherweise fand ich dann auch bei einem der beiden Anbieter fast immer, was ich suchte. Der Index bzw. das Durchklicken auf dem Fernseher versteckt anscheinend einige Filme, die dann aber zum Glück durch eine explizite Suche zum Vorschein treten. 🙂

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