Tag 13 – Hudiksvall N—Timrå

Tag 13 – Hudiksvall N—Timrå

Der Tag beginnt mit Tropfen, die auf mein Gesicht fallen. Tropf. Tropf. Tropf. Anscheinend bin ich beim Drehen gegen die innere Zeltwand gekommen, die besonders in der Nähe meines Gesichts einiges an Wasser aufgenommen zu haben scheint. Zumindest laut Wetterbericht waren die Temperaturen in der Nacht sehr knapp über dem Gefrierpunkt und wahrscheinlich ist mein Atem an der Wand etwas gefroren und taut durch die Morgensonne gerade wieder auf. Ich bleibe noch ein Weilchen liegen und höre Musik, um in den Tag zu kommen und fange erst nach einiger Zeit des Rumliegens an, alles zusammenzupacken und mir anschließend Frühstück zu machen.

Erster Blick nach draußen, nachdem ich das Zelt verlassen hatte. Sehr vielversprechend! #AnsKap #Sverige #Sweden

A post shared by Patrick Geselbracht (@pattafeufeu) on

Nachdem ich mich gestern noch gefreut hatte, dass ich den genannten Berg nur runter- und nicht hochfahren muss, ging es heute natürlich genau anders herum. Schon nach wenigen hundert Metern der Fahrt warnte ein Schild vor stärkerer Steigung und ich war direkt am frühen und etwas kalten Morgen schon aufgewärmt.

Berge voller Bäume. Ein hier üblicher Anblick. #AnsKap #Sverige #Sweden

A post shared by Patrick Geselbracht (@pattafeufeu) on

Entlang des Weges fallen mir immer wieder die auch gestern schon des Öfteren gesehenen kleinen „Bunker“ in den Gärten der Menschen auf, die bis auf die eckige Tour teilweise genauso gut im Auenland stehen könnten, liegen sie doch alle in kleinen, mit Gras bedeckten Erhebungen. Ich frage mich, wozu diese Gebilde da sind!

Nachdem es morgens gerade einmal 6° warm war, stieg die Temperatur über den Vormittag hinweg ziemlich schnell und schon vor 12 Uhr zeigte mein von meinem Schatten bedeckter Tacho Temperaturen zwischen 20 und 30°C an. Die Wintersocken hätte ich mir da fast sparen können!

Holzindustrie in vollem Gange! #AnsKap #Sverige #Sweden

A post shared by Patrick Geselbracht (@pattafeufeu) on

Auf meinem gesamten Weg des Tages komme ich an vielleicht vier Ortschaften vorbei, die einen Supermarkt oder zumindest eine Tankstelle besitzen, ansonsten gibt es bloß Bauernhöfe, Felder, aber vor allem weite Sicht auf allerhand kleine Berge, die über und über mit Bäumen bedeckt sind.

Dass ich im Umkreis von Sundsvall, einem der Orte an der Ostküste Schwedens, angekommen bin, wäre mir auch ohne Schilder aufgefallen: Die Autodichte und -diversität ändert sich fast schlagartig. Es wird schnell voller auf den Straßen und ich höre und sehe sogar Züge, die in vergangener Zeit eher ein seltener Anblick waren – wie auch, bei völlig brach liegenden Gleisen, deren Zwischenräume inzwischen schon von mannshohen Tannen bewachsen sind?

Waiting … #AnsKap #Sverige #Sweden

A post shared by Patrick Geselbracht (@pattafeufeu) on

Als ich in Sundsvall ankomme, ziehen bedrohlich wirkende Wolken über mir her, sie sind aber vorerst harmlos. Ich gönne mir das erste Koffeingetränk der Reise und setze mich mit Cappuccino in ein Café mit etwas Blick auf die Stadt und Wasser. Die Außencouch ist so bequem, dass ich deutlich länger verweile als der Inhalt der Tasse hält, aber wozu eilen?

#AnsKap #Sverige #Sweden

A post shared by Patrick Geselbracht (@pattafeufeu) on

Auf dem Weg nach Timrå, wo mein WarmShowers-Host mich ab 18 Uhr erwartet, halte ich kurz vorm ersten Ikea, den ich erst nach fast 1250km in Schweden gesehen habe, als plötzlich ein vollbepackter Reiseradler kurz grüßend an mir vorbeirollt. Ich fahre schnell hinterher und wir rollen noch ein wenig Seite an Seite nebeneinander und quatschen ein wenig. Er ist Holländer und ich habe nicht nach seinem Namen gefragt, hätte diesen bis jetzt aber vermutlich eh vergessen, also werde ich ihn einfach mal Helge nennen. Helge startete zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie ich in seiner Heimat und ist dann über Kiel—Göteborg nach Schweden gekommen. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, plant er, insgesamt zwei Jahre unterwegs zu sein. Jetzt gerade ist er auf dem Weg #AnsKap, danach soll es wohl bis Helsinki gehen, von wo aus er in die USA fliegen will, um dort weiterzufahren. Schnell fällt uns auf, dass sich unsere Gepäckmenge äußerlich nicht groß unterscheidet – bei jedem Trip, der länger als zwei Wochen geht ist aber vermutlich das Gepäck eh mehr oder weniger dasselbe, egal ob es nun zwei Monate oder Jahre dauert.

Nach ein paar Kilometern und nachdem der Regen schon etwas eingesetzt hatte, trennen sich unsere Wege, da Helge sich für die Nacht außerhalb von Timrå einen Schlafplatz im Freien suchen wird, während ich diese Regennacht in festen vier Wänden verbringen werde.

One Reply to “Tag 13 – Hudiksvall N—Timrå”

  1. Alle Achtung, Pattafeufeu!

    Du legst Dich mächtig ins Zeug.
    Die Bunker sind vielleicht Vorratskammern?

    Nun kommt ein Sahnestückchen Schwedens.
    Wenn Du Zeitreserven hast, hier macht es Sinn sie anzuknabbern.
    Für einen Abstecher auf die Insel Hemsö vielleicht?

    Ich bin erst einmal dort oben gewesen.
    Schließlich ist der Weg dorthin auch mit dem Auto eine Distanz, die wir nur mit 2 Zwischenübernachtungen bewältigt haben.

    Und Du machst das mit dem Fahrrad!

    Alle Achtung, Pattafeufeu!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit Abschicken des Formulars akzeptiere ich die Hinweise in der Datenschutzerklärung.