Tag 31 – Nordkapp (Ruhe(nachmit)tag)

Tag 31 – Nordkapp (Ruhe(nachmit)tag)

Seit dreizehn Stunden bin ich nun hier und lege alles daran, mich so weit es geht zu entspannen. Meine Augen zeigen spürbar, dass ich nur drei Stunden geschlafen habe und bei jedem Blinzeln habe ich das Gefühl, jeden Moment einschlafen zu können.

Den heutigen Tag habe ich dazu genutzt, Photos zu machen – ein paar für mich selbst, ein paar als Freundlichkeitsdienst für Touris, die gern zusammen auf ein Bild mit dem Globus wollen –, den gestrigen Blogpost zu schreiben, Photos hochzuladen, mich hier umzusehen und dabek einen der Geocaches zu finden und Geld auszugeben. Und das geht hier sehr einfach. Es gibt einen reich bestückten Nordkappsouvenirshop mit allerhand Devotionalien, beginnend bei Postkarten, über Pins, Lätzchen, Norwegen-Unterwäsche, T-Shirts, Trollfiguren, usw usf.
Auch eine Bar und einen kleinen Backwarenshop gibt es und es hat kaum etwas genutzt, als Radfahrer keinen Eintritt bezahlt zu haben, da ich mindestens den Autofahrereintritt in Form von Souvenirs, Kaffee und Waffeln wieder ins Geschäft gespült habe.

Alle paar Stunden kommt ein unterschiedlich großer Schwall von Touristen in Bussen an, der Großteil davon besteht aus Deutschen in ihren besten Jahren und sie sind laut. Nach hunderten Kilometern der Idylle ist es ungewohnt, von so vielen Menschen umgeben zu sein, die allesamt ohne Rücksicht auf ihre Umgebung schnattern. Auch nach Hause telefoniert wird von vielen, wobei einige mit mehr Inbrunst über ihre Leistung, einen Bus hier hochgenommen zu haben berichten, als ich es mit meinem Rad je getan habe. Wenn es vermeidbar ist, oute ich mich nicht als Deutschsprechender, damit ich meine Ruhe habe.

Ein kleines Fazit zum Nordkapp, auch wenn ich noch einmal über Nacht bleibe: Solang alles ruhig ist und kein Eintritt bezahlt werden muss, ist das hier ein toller Ort zum Sinnieren und Entspannen. Den ganzen Weg hierher hochzufahren, um dann nur ein paar Minuten zu bleiben, wie es einige getroffene Radfahrer gestern Nacht und heute taten, kann ich allerdings nicht so ganz nachvollziehen. Und auch per Bus oder Schiff würde ich nicht herkommen wollen – in einem solchen Schwall von Menschen hier herumgeschoben zu werden, wäre nichts für mich. Aber so, wie ich es bisher machte, ist es für mich super.

Ich überlege nun noch, wie es weitergeht, bis ich am 9.6. den Flieger in Alta nach Hause nehme. Eventuell werde ich morgen die 18km hin und zurück zum Knivskjellodden auf mich nehmen, einem Punkt, der sogar noch ein klein wenig nördlicher liegt als das Kap und westlich davon ins Meer ragt. Laut Beschreibungen sei der Weg wohl teils recht unwegsam, weswegen ich das Rad irgendwo stehen lassen und wandern würde. Abends würde ich dann wohl noch nach Kirkeporten östlich des Kaps rüberrollen, den Campingplatz und seine Dusche nutzen und dann übermorgen nach kurzem Zwischenhalt in Honningsvåg während der Öffnungszeiten langsam den Weg Richtung Alta antreten. Leider, das lässt sich nicht vermeiden, muss ich dafür einige Kilometer noch einmal fahren, die ich schon auf dem Hinweg hatte und es bangt mir ein wenig vor den Höhenmetern. Aber dazu dann mehr, wenn es so weit ist.

Apropos: Auch, wenn #AnsKap ja jetzt offiziell zu Ende ist und die Fortsetzung zum Flughafen eher #VonnetKapWech ist, werde ich wohl noch bloggen, bis ich wieder zuhause bin. Ob in der bisherigen täglichen Regelmäßigkeit oder etwas seltener wird sich dann zeigen.

Daniel von 48Zwölf wird mich in seinem Podcast zur Reise interviewen. Wenn ihr also Fragen habt, deren Antwort ihr gern hören würdet, meldet euch per Mail bei ihm: dielabertasche@gmail.com

Jetzt werde ich hier noch ein wenig rumwuseln und Menschen beobachten und gleich wohl noch zu einer der Vorstellungen ins Nordkapppanoramakino gehen. Bis dann!

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