Tag 1 – Trelleborg—Svalöv

Komfort hat seinen Preis. Und wie es der Zufall so möchte, liegt er im Fall der Fährüberfahrt exakt bei dem einer Schlafkabine.Durch die Unübersichtlichkeit des Schiffes mit seinen verworrenen Gängen verwirrt hatte ich mich gestern in der Lounge niedergelassen und erst später den Raum mit deutlich besser zum Schlafen geeigneten Sitzen gefunden, als er schon belegt war. So versuchte ich es anfangs kurz im Sitzen, dann schnell im Liegen. Auf dem Boden. Es war hart, ungemütlich und der längste Schlaf dauerte wohl etwa eine Stunde. Aber ich will nicht klagen, ist es doch ein Los, das ich selbst gewählt hatte.

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Tag 0 – Rostock

Nun beginnt es also, mein kleines persönliches Abenteuer. Das Wetter hat beschert, was ich schon gar nicht mehr für möglich gehalten hätte – der komplette Tag war regenfrei. Nach den Kapriolen der letzten Tage eine gern gesehene Abwechslung. Die Anfahrt mit dem Auto vom Niederrhein hoch in den Norden nach Rostock verlief angenehm und ohne Staus.

Nach der Ankunft habe ich mich mit dem Rad Richtung Innenstadt begeben, um dort einen Twitterfollower der ersten Stunde zu treffen, wenn ich schon einmal hier bin. Zuvor musste ich mir jedoch erst noch den Weg durch widrige Böen kämpfen, die mich vom Vorankommen abhalten zu wollen schienen. Und dann kam noch ein Geräusch dazu, das mich sofort aufschrecken und das schlimmste befürchten ließ: In einem kleinen Moment der Unachtsamkeit durchquerte ich eines der zahlreichen Glasscherbenfelder, die ich auf der kurzen Strecke in die Innenstadt antraf, und mit einem lauten KALUNK, wie es nur von Fahrradreifen überfahrene Glasscherben zu produzieren vermögen, rollte ich. Zum Glück sind meine Reifen wohl pannensicher genug, denn bislang konnten beide Reifen ihren Druck halten.

In der Innenstadt angekommen führte mich @BluecherHRO durch selbige und zeigte mir die hübschen Ecken der Rostocker Mitte. Nach einem Softeis – wie könnte ich mit ihm auch keines essen‽ – beendeten wir unsere Tour durch die Stadt mit einem Besuch beim Italiener, bei dem mein Appetit und meine Augen größer als mein Hunger waren, sodass ich vor der riesigen Pizza kapitulieren musste.

Zum Abschied führte er mich noch zur Schlangenfigur am Rathaus, die zu streicheln Glück bringen soll. Da ich das sicher gut gebrauchen kann, überlasse ich nichts dem Zufall und gebe mich dem Aberglauben hin. Auf eine gute Reise!

Vor der Fahrt zum Fähranleger ein paar letzte Sachen gepackt und umgepackt und mich umgezogen und dann ging es los. Dort angekommen ging dann auch alles recht schnell. Ausweis vorgezeigt, eingecheckt, bummzackreturn, Gute Reise! Ab zum StenaLine-Eingang, vorher noch verabschieden und auf geht es.

Die Fähre ist groß für mich, der noch nicht oft im Leben auf Fähren gefahren ist, die mehr als eine Etage haben und nur kleinere Flüsse queren und ich habe Schwierigkeiten, mich in ihrem Bauch zurechtzufinden. Das Rad habe ich nach Anweisung zweier Einweiser in eine Ecke gestellt und mich dann nach oben begeben. Ohne gebuchte Kabine werde ich mir nun wohl irgendwo einen halbwegs gemütlichen und ruhigen Platz zum Ruhen suchen.

Das war es für heute. Gute Nacht! Ich bin gespannt, was der morgige erste Tag bringen wird.

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RuhrtalRadwegabschluss

Nachdem wir im März wegen des schlechter werdenden Wetters unsere Tour entlang des RuhrtalRadweg in Mülheim an der Ruhr abgebrochen und die Bahn genommen haben, war es letzten Samstag so weit, dass wir die Route für uns abschlossen. Vor wenigen Wochen war ich die Tour schon einmal allein bis zum Ende gefahren, aber das zählt ja nicht.

Die Sonne ging damals bereits auf Höhe des Baldeneysees unter und so sahen wir Kettwig und den Weg bis Mülheim nur im Dunkeln. Viel zu schade! Deswegen begann unsere Fortsetzung direkt an der Eisenbahnbrücke in Kettwig, zu der wir mit dem Auto gefahren wurden. Taschen drauf, aufgesattelt – auf geht’s! Obwohl es im Laufe des Tages immer mal wieder Flecken blauen Himmels gab und die Sonne ordentlich schien, wurde es im Wind kalt und ich war froh, doch im langärmligen Shirt losgefahren zu sein. Wir rollten einige Meter durch Kettwig und schauten uns die Altstadt/Innenstadt an und dann ging es los. Continue reading RuhrtalRadwegabschluss

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Das Näherkommen einer Reise

It is by riding a bicycle that you learn the contours of a country best, since you have to sweat up the hills and coast down them.
(Ernest Hemingway)

So langsam wird die ganze Reiseplanung der Nordkapradtour gefestigter und dieses vage Vorhaben, das nun seit einigen Monaten durch meinen Kopf wabert, nimmt mehr und mehr Form an. Inzwischen habe ich den genauen Startpunkt und Termin festlegen können: Am 29. April dieses Jahres geht es spätabends mit der Fähre von Rostock aus rüber nach Trelleborg, wo ich am 30. April um voraussichtlich 6.00 Uhr in der Frühe meine Reise antreten kann.

Meine eigentliche Intention war es, mir keine zu enge zeitliche Grenze aufzuerlegen, sodass ich nicht gezwungen bin, täglich mindestens 80km zu fahren (ohne Ruhetage), nun ist es aber doch etwas anders gekommen und ich habe den Entschluss gefasst, dass ich versuchen möchte, zur Abschlussfeier meiner Hochschule wieder zurück zu sein. Mit anderen Gründen gepaart ergab es sich dadurch auch, dass ich „nur“ den Weg hinauf mit dem Rad antreten werde; die Lofoten werde ich mir für eine eigene, längere Reise – wahrscheinlich per Flugzeug – aufsparen.

Durch diese Einschränkung wird mein Reisezeitraum nun also die Zeit vom 30. April bis zum 9. Juni umfassen, an dem ich in einen Flieger in Alta steigen und mit einem Zwischenstopp in Oslo den Heimweg antreten werde. Ich werde also vierzig Tage haben, die ich auf dem Rad verbringen kann. Bei einer bisherigen Streckenplanung von etwa 3150km ergibt das eine Tagesstrecke von knapp 79km, die es zu bewältigen gilt. Mehr als mir lieb ist, zumal ich auch gern ein wenig an manchen Orten verweilen würde, aber so ist es eben. Sollte es absolut nicht passen und ich schon nach zwei Wochen merken, dass ich – warum auch immer – absolut hinter meinem täglichen Soll bin, werde ich meinen Flug wohl etwas nach hinten verschieben. Continue reading Das Näherkommen einer Reise

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Route der Industriekultur und der RuhrtalRadweg

Im ersten Semester meines Studiums fing es an. Ich saß in der Mensa des alten Interimscampus, an deren Wand eine große Karte der Route (der) Industriekultur hing. Meine Heimatregion – das Ruhrgebiet – fasziniert mich schon seit einiger Zeit. Jedes Mal, wenn ich nach etwas längerer Abwesenheit von noch so schönen Landschaften, Städten, Bergen oder Meer zurückkomme, fühlt sich die erste Sichtung der Zechen, Kraftwerke und Abraumhalden nach Heimat an. So saß ich also beim Mittagessen in der Mensa, schaute mir die Karte genauer an und kam auf die Idee, die Route einmal mit dem Rad abzufahren.

Das Fahrrad als Fortbewegungsmittel der Wahl kam mir wohl in den Sinn, da ich schon zuvor des Öfteren mit dem Mountainbike zur Halde Haniel nach Bottrop und zum Tetraeder gefahren bin und gemerkt habe, dass ich dadurch am meisten von der Umgebung erlebe und nicht durch Schnellstraßen und Autobahnen geführt schöne Fleckchen in Natur und Stadtbau verpasse. Continue reading Route der Industriekultur und der RuhrtalRadweg

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[EV15] Bad Godesberg—Düsseldorf und ein Fazit

Über die letzten Tage hatte ich immer wieder etwas Kontakt mit Toni und wir machten aus, den Dienstag dazu zu nutzen, ein paar Kilometer zusammen zu fahren. Also gibt es für mich kein Entkommen mehr – so ein bisschen Ehre ist da ja schon noch da und ein Absagen keine Option – und ich muss den inneren Schweinehund ignorieren, der mich darum bittet, doch einfach im Bett zu bleiben und nicht noch mal nach Bad Godesberg zu fahren, um den Rest der Strecke nach Hause fortzusetzen. Gegen 12.30 Uhr treffen wir uns also bei Godesburger, einem inklusiven Burgerladen, der mir beim letzten WRINT-HörerInnentreffen ans Herz gelegt wurde. Einen leckeren Burger später, den ich dem Pottburger in Dortmund (und natürlich den zwei großen Ketten) vorziehen würde, der es aber nicht an die Spitze schafft, geht es dann gemeinsam los, um Kilometer entlang des Rheins zu spulen. Continue reading [EV15] Bad Godesberg—Düsseldorf und ein Fazit

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[EV15] Frankfurt—Boppard

Heute starte ich nach einem sehr schönen Wochenende mit @_Tomalak, an dem wir den Goetheturm und Hanau besichtigend auf dem Weg in Frankfurt und Umgebung einiges gesehen haben, um kurz nach zehn meinen Heimweg. Es geht zunächst entlang der Nidda, der ich folge, bis sie auf den Main trifft. Bei den Farbwerken in Höchst endet leider der Radweg direkt entlang des Mains erstmal und ich verfahre mich ein Weilchen, da die Beschilderungslage nicht wirklich ideal ist. Das Handy nur hin und wieder zum Navigieren aus der Tasche zu holen ist auch nicht wirklich eine Lösung. Entweder schaffe ich mir mal einen Kompass für den Lenker oder eine Handyhalterung zum an den Lenker knuppern an. Nach einer Weile Rumgegurke durch Höchst und Zeilsheim sehe ich den Fluss dann aber endlich wieder und kann weiter daran entlang fahren. Continue reading [EV15] Frankfurt—Boppard

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[EV15] St. Goar—Frankfurt

Ich stelle fest: Anderthalb Stunden Schlaf sind gar nicht mal so viel. Nach dem Frühstück und einer Dose Red Bull, die ich noch von Rad am Ring übrig geblieben in der Packtasche hatte, geht es aber vorerst einigermaßen. Die Kopfschmerzen haben nachgelassen und mein Körper fühlt sich soweit ganz okay an. Die knapp 105km bei hohen Temperaturen des gestrigen Tages stecken mir zwar noch in den Knochen, aber es bringt ja alles nichts – weiter geht’s!

Blick vom Campingplatz Loreleyblick aus den Rhein runter
Blick vom Campingplatz Loreleyblick aus den Rhein runter

Als Tagesstrecke für heute habe ich den Weg von St. Goar aus nach Frankfurt geplant, wobei ich bis Mainz dem Eurovelo 15 weiter folgen möchte, wie ich es auch schon gestern getan habe.

Loreleyfels
Loreleyfels

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[EV15] Bad Godesberg—St. Goar

Eigentlich wollte ich ja heute bereits um 0800 starten und mit der Bahn um 0818 Richtung Bad Godesberg starten. Aber wie das mit eigentlichs nun mal so ist, werden sie immer unwahrscheinlicher, je mehr Eile im Spiel ist: Erst fällt nach dem Zähneputzen ständig die Zahnpastatube aus dem Schrank, bevor ich ihn wieder schließen kann, dann fallen mir nach und nach immer wieder Dinge ein, die ich mitnehmen möchte, … und schon ist es plötzlich 0910 und ich habe auch die zweite Alternativbahn schon fast verpasst.

Dann geht es eben mit der Bahn um 1018 los, dafür aber ganz gemütlich. Alles kein Problem. Ist ja kein Rennen. Wie der Titel schon sagt, habe ich mir für heute die Strecke von Bad Godesberg entlang des Rheins nach St. Goar vorgenommen, wo ich dann nächtige, um den morgigen Tag mit der Strecke nach Frankfurt am Main fortzusetzen. Continue reading [EV15] Bad Godesberg—St. Goar

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